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#kunsttalk

#keineBrotloseKunst, die Vorbereitung

da mein #Mensch noch keine #Sauerteigpension in der Schweiz gefunden hat, wohin sie mich oder ich als #Sauerteigkultur im Glas zur Pflege gegeben werden könnte, sobald sie - der Mensch -abwesend, auf Reisen oder sonst wo ist, musste ich die letzte Zeit als #Sauerteigstarterkultur 
im Kühlschrank ausharren und zwar wochenlang.

Sehnsüchtig wartend.
#RoggenSauerteig im Glas aus dem Kühlschrank
Dann war es wieder soweit, sie hat mich im #Glas aus dem Kühlschrank genommen:
3 Esslöffel von mir mit 50 Gramm Roggenmehl Typ 1150 sowie
50 Gramm perlendes Mineralwasser mit nur Zimmertemperatur vermischt. In ein neues, frisches Weckglas oder Deckelglas als #Anstellgut gegeben und mich vors Fenster gestellt. Damit ich ruhe und fermentiere.
Vermutlich damit ich als #Kultur den Ausblick geniesse und bei Zimmertemperatur gut in der Wohnung gedeihe. Um aktiver und dynamischer zu werden. Blasen werfe, in der Masse zunehme und dies möglichst bald, damit sie mit dem #Brotbacken durchstarten kann.
#Anstellgut im Deckelglas
Ihre einzige Hoffnung wird vermutlich sein, dass es leicht und problemlos funktionieren wird. Ich mich als #Sauerteigkultur schnell erhole und vitalisiere, damit sie aus Teilen des #Anstellgutes den #Sauerteig mit Roggen, Roggenmehl oder auch Schrott, Wasser und Salz den Brotteig in einer Schüssel anrühren kann ( und eventuell sogar Hefe dazugeben wird, damit es gelingt? Denn ich sah, dass sie ein Stückchen davon ins Kühlschrankfach legte und Brotgewürz ohne Salz “die klassische Art“ Gewürzmischung für verschiedene Brote aus *Kümmel, *Fenchel, *Anis, *Korinander, *Nelken #CH-Bio-006 auf die Ablage stellte). Keine Ahnung, was, wann und wie sie mit mir anstellen und noch machen wird.
Wie lange ich hier vor dem Fenster stehen werde?

Wie mit mir experimentiert und gearbeitet wird?

Wie sich meine Masse und Struktur verändern wird?

Was alles noch auf mich zukommen wird sich in den nächsten Tagen zeigen?
Allerhand hat sie bereits mit mir experimentiert, was die #Zutaten sowie die #Gärphase-n im Körbchen an unterschiedlichen Orten, zu unmöglichen Zeiten sowie Witterungsbedingungen betroffen haben. Auch mit dem #Backenvorgang hat sie so einiges ausprobiert: auf einem Stein, in einem Topf oder auf Backpapier mit und ohne Zugabe von Wasser, welches zischend im Ofen verdampfte. Die Backzeit und die Backtemperatur variierte sie ständig, bis sie den sogenannten „fertigen“ #Brotlaib aus dem Ofen holte und zumeist einfach innert Tagen verspeiste.
Jahrelang hat sie für ihre Experimente mit zwei #Sauerteigkulturen gepflegt: 
eine mit #Weizenmehl und
eine mit #Roggenmehl und
selten vermischt.
Die #Weizenmehlsauerteigkultur ist im letzten Jahr verschimmelt, deren Charakter und Persönlichkeit oft mit der eines #Vollblutpferdes verglichen wird. Sie hat diese feine, weisse und sehr aktive #Kultur im Glas insgesamt komplett entsorgt. 

Jetzt bin ich alleine vorort.
Sozusagen übrig geblieben. Aufgrund meiner natürlichen #Widerstandskraft, #Anspruchslosigkeit sowie #Genügsamkeit, konnte ich mich bis heute als #Argbeitstier - robust und zuverlässig - durch die #Kälteperiode im Kühlschrank retten. Denn ich brauche im Prinzip kaum wirklich viel an Pflege und Zuwendung. Ich bin nämlich viel kräftiger als die feine, weisse, empfindliche, anfällige und schnell aufschäumende #Weizenmehlkultur, wie jede-r weiss.
Seit heute geniesse ich wieder die volle #Fürsorge, #Aufmerksamkeit sowie #Beachtung der #Menschen. Ständig kommt einer auf mich zu, steckt die Nase tief ins Glas, schaut kritisch. Vermutlich, um zu prüfen, wie ich rieche: sauer oder faul.
Manchmal wird mit einer kleinen Gabel aus der Schublade in mir herumgerührt, vermutlich damit ich ausreichend #Luft und #Sauerstoff sowie „Atem“ für den Gärvorgang oder Gärprozess bekomme. Dabei höre ich die #Vorbehalte, denn sie, die Menschen haben #Ahnung. Mit den Naturwissenschaften kennt sich ein jede-r heute ein wenig aus und weiss, dass geringfügige Veränderungen der Umweltbedingungen und Zutaten sich sofort auf das Resultat meiner Kultur als #Anstellgut, #Sauerteig und #Brot auswirken. 



Neben der Verwendung und Handhabung - mit vielem Falten und Kneten - selbstverständlich, die einiges an Geduld, Ausdauer und Gefühl sowie Feinmotorik erfordern. Damit es gelingt aus mir, dem Anstellgut, den hervorragenden Teig zu fertigen, der dann stundenlang im Gärkörbchen bleibt. Der passende Reifegrad wird geprüft durch sanften Fingerdruck auf meine Oberfläche. Wenn dies für gut befunden wird, dann schiebt mich jed-r in den vorgeheizten Ofen. Oft wird’s ein leckeres, schmackhaftes und uriges Brot, welches nicht nur gut riecht, sondern zudem interessant und jedes Mal ziemlich anders aussieht. Dies mit der #FORM beherrschen die #Menschen kaum, noch haben sie es wirklich im Griff oder Kontrolle.

Und vielen mag es kaum gelingen, konsequent und diszipliniert nur nach einem Rezept vorzugehen.
#Starter
Viele probieren lieber selber: kommen ständig auf (neue) Ideen. 


 



Zum Beispiel Birgit Matter hat bereits Brote mit Carbo activatus, verschiedenen Gewürzen oder Kräutern, Kernen oder Körnern und in unterschiedlichsten Formen gebacken. Sie isst das Brot nur mit Butter, ein wenig Käse, Marmelade oder sonstigem Belag. 

Oft verschenkt sie das fertige Brot bei Gelegenheit oder zu speziellen Angelegenheiten, denn ihr Ansatz liegt irgendwo zwischen der analytischen #Forscherin, #Künstlerin und grossherzigen #Bäckerin, die gerne die einzelnen Schritte des Backens verstehen möchte:
wie und warum diese funktionieren?
wie sich das emotionale Verhältnis zum Sauerteig verändert, wenn sie diesen mit auf ihre Reisen nimmt oder in eine Sauerteigpension oder an eine-n #Freundin abgibt, weiss sie noch nicht?

Von matter birgit

Pilotprojekte
#nobreadlessart
#keinebrotloseKunst
#KatharinavonZimmern
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#kunst

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contemporary performance art
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