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#kunsttalk Liebesbriefe aus dem Toaster

»die geschichte beginnt dort: vorort»

6 Antworten auf „»die geschichte beginnt dort: vorort»“

Lesen ist eine Reise
in Vergangenheit und Zukunft,
schreiben ist?

Aufgrund des Kommentars von Pierroz

Patient Pierroz: Eine fiktive oder künstlerische Figur, die in Zusammenhang mit dem „Kunstsanatorium Zürich“ und der Plattform Vitaltransformer [Kulturmagazin] steht. Diese Figur wird in einem kreativen Kontext beschrieben, der sich mit Musik, Lyrik und Performances beschäftigt, oft mit einem provokanten oder philosophischen Unterton.

Pierroz (Musiker): Ein Schweizer Künstler, geboren in den 1960er-Jahren in der Zürcher Agglomeration, bekannt für seine „brutalen“ Lieder und eine raue, performative Ausdrucksweise, die er selbst als „De-formance“ bezeichnet.

De-formance ist eine Form der Performanz.
Dysfunktional ist eine Form der Performanz.
Post ist eine und die Form der Performanz.

Die deutsche Regierung rechnete mit Gasangriffen gegen die #Zivilbevölkerung.

Entsprechende Schutzmittel waren für alle Altersgruppen vorgesehen. Jedem Volksgenossen seine Volksgasmaske (Volkskörper) lautete daher ein Werbespruch des Reichsluftschutzbundes. Für jeden Bewohner eines Hauses sollte eine Maske vorrätig sein. Alliierte Gasangriffe erfolgten nicht, obgleich Winston Churchill diese erwogen hatte. Winston Churchill ist der, welcher im Zukunfthaus (der Zunft zur Meisen) in Zürich am Münsterhof übernachtete. Sir Winston Churchill hielt sich vom 23. August bis zum 20. September 1946 in der Schweiz auf. Dass dieser Besuch des britischen Kriegspremiers überhaupt zustande kam, ging auf eine Initiative von Charles Montag aus Winterthur zurück, der 1915 an der Französischen Riviera Churchill Malunterricht erteilt hatte.

{Blau ist eine und war seine beliebte Wahl für professionelles Geschirr und die Pigmente für seine Malerei. Frische Zutaten heben sich von der Farbe ab und sorgen für eine atemberaubende Präsentation der Speisen und den „Wow“-Moment, wenn die Gerichte auf den Tisch kommen. Die Auswahl an Blautönen ist riesig. Lassen Sie sich von den untenstehenden Produkten, der Malerei und den »blauen« Bildern und Pigmenten inspirieren}.

…und dann ward mir schwindelig als ich aufstand, und am rechten Fuss begann es zu kribbeln – irgendwas schäumt da unten, könnte man meinen. Es geht auch ohne Meinen, ohne Meinungen – ich las die Anordnungen, klappte den Dienstordner zu und schob ihn zurück ins Regal – aktualisieren können auch andere – von mir wird nicht mehr viel erwartet

Ich badete in einem See voller Selbsttäuschungen, was angenehm war, besonders was die imaginierte Wassertemperatur betraf: ich hätte mir sonst die Nieren oder die Blase oder sonstwas erkältet – noch immer viel Körper, zu viel eigentlich und lästig obendrauf – nur ein Bad ohne Körper in einem See voller Selbsttäuschungen ist dann auch wieder nur mit sehr viel zusätzlichem Aufwand realisierbar – aber davon später… (so heisst es oft in den Romanen von Dostojewski, wenn irgendwas schon bis ins Unkenntliche verwortgefechtet worden ist und man als Leser sich wirklich nicht mehr vorstellen kann, was jetzt noch kommen soll)

Wie auch immer, die Leser sollten nun gefesselt sein, und ich werde alle zum Teufel jagen, die die Gefesselten befreien versuchen – Schwalbenschwänze sollen ihnen (den Gefesselten wie den Befreiern) auf der Nase kitzeln, aber preschen wir doch lieber gleich zu den Optionen vor: eine Bleiwüste finde ich noch immer ein sehr gutes Angebot, Flattersatz auch – das Flattern an sich (egal, ob um eine Lampe oder auch ohne) finde ich eine passable Lösung für zwischendurch

Lass uns flattern, flatterhaft sein – dagegen ist das Denken, die Denkerei, das Grübeln eigentlich nur da, damit man etwas hat gegen das man angehen kann – ohne Widerstand, ohne Reibung, keine Hitze, kein Feuer – Ungekochtes würde uns auf dem Magen liegen und wir würden uns am Boden in Krämpfen winden – egal, auch das ist nicht weiter schlimm – irgendwann stehst du wieder auf, vielleicht ist dir ein wenig schwindelig und dir kribbelt der rechte Fuss. (frag mich nicht, warum im rechten und nicht im linken – es tut nichts zu Sache)

dem Rechner diktiert am 2.6.2025
Herzliche Grüsse Patient Pierroz

Nachtrag: zugegeben, das sind Nachrichten aus einer sehr, sehr kleinen, reduzierten Welt. Einer, die, so nehme ich an, mit Absicht auf eine äusserste Kargheit reduziert worden ist – weshalb diese Reduktion? – Aus erster Linie aus Selbstschutz, obwohl auch diese reduzierte kleine Welt ein permanentes »Zu viel« darstellt/verursacht – ein Laborieren ohne Unterlass zu Gunsten einer weiteren Reduktion – sowie andere an einer Gewinnoptimierung arbeiten – könnte als zwanghaft bezeichnet oder einfach aber auch als Ausdruck eines noch einigermassen intakten Überlebenstrieb akzeptiert werden

Die Hölle, das sind die anderen (Sartre) – die Gegenwart als Ereignisse ausserhalb an Gewürzfenchel eierabsetzende Schwalbenschwanz-Schmetterlinge definiert, muss als unerträglich/ungeniessbar abgelehnt werden: …dabei fällt ein Pappkoffer »auf den Perron, zerschellt und entleert seinen Inhalt. Spielzeug, ein Nagelnecessaire, angesengte Wäsche. Zum Schluss ein gebratener, zur Mumie geschrumpfter Kinderleichnam, den das halbirre Weib mit sich geschleppt hat als Überbleibsel einer vor wenigen Tagen noch intakten Vergangenheit.«

(Tagebuch-Eintrag 20.8.1943 Friedrich Reck / »Luftkrieg und Literatur« von W. G. Sebald entnommen)

Lesen ist Kunst intime Kunst im Verborgenen, Vorlesen ist Kunst, die beobachtet und beachtet werden will. Beides verdient Respekt. Muß man aushalten können, auch von der Stimme her, sonst wird das nichts mit dem Vorlesen, dem lauten Lesen, dem Vortragen, dem Betonen. Macht es einer gut, so ist es, so kann es ein Genuß sein. Wird einer im Duktus zu aufdringlich, zu fordernd, nervt er irgendwann. Will er sich aber zurückziehen, nicht mehr der Künder eines Textes ein, sondern sich dahinter verberg, wird’s auch nichts.

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