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#kunsttalk

Alle Freude und aller Schmerz

über die Katastrophen anderer werden durch den Akt der Einbildungskraft hervorgebracht, der einem Ereignis Realität verleiht, so fiktiv es auch sei, oder es uns näher bringt, so entfernt es auch sein mag, indem es uns für gewisse Zeit in die #Lebensumstände derjenigen oder desjenigen versetzt, dessen Schicksal betrachtet wird, sodass, solange diese Täuschung andauert, alle Gefühlsbewegungen erleben, die in uns ausgelöst würden, wenn uns dasselbe Wohl oder Übel zustossen sollte.

Jedes Leben sei einer #BIOGRAPHIE würdig,

selbst wenn dieses im Zeichen von persönlichem und künstlerischem Scheitern, Armut und Kriminalität stünde, denn es besteht immer die Möglichkeit zur empathischen #Identifikation des Lesers, der Leserin und Lesenden mit dem biographischen Objekt. Der imaginative Akt der Einfühlung vollziehe sich durch Identifikation: Wenn sich Lesende in die Position des biographischen Objekts versetze, stehe ein vermittelter Zugang zu fremder Erfahrung offen: zum Teilhaben. 
Im Unterschied dazu zeichne sich die Leseerfahrung bei historiographischen Texten durch Distanziertheit, ja sogar Gleichgültigkeit aus, da meist weit zurückliegende Ereignisse beschrieben werden, zu denen der Leser, die Leserin sowie Lesende nur selten eine persönliche Beziehung aufbauen. Es sei genau das Alltägliche - Dinge, die „nichts als ihr häufiges Vorkommen betrachtenswert macht“.
Das Bild, das Samuel Johnson von einem idealen Memoirenschreibenden als Biograph oder Autobiograph entwirft: „der sich auf freien Stücken und in Ruhe hinsetzt, um seinen Lebenslauf zur Ermahnung der Nachwelt - oder zum eigenen Vergnügen - zu überdenken, und seinen Bericht unveröffentlicht lässt.
Dies ist ein indirekter Appell an Biographen, sich ihrer negativen bzw. positiven Vorurteile bewusst zu werden. Es gelte zu vermeiden, die biographierten Persönlichkeiten zu Helden zu stilisieren, und der Versuchung zu widerstehen, über ihre „Motive oder Empfindungen“ zu spekulieren. Vielmehr müsse der Biograph oder die Biographin zu jeder Zeit danach streben, der Wahrheit verbunden zu bleiben.  

Von matter birgit

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