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#kunsttalk

katharinavonzimmern

Peter Flamm @VerlagPeterFlamm hat am 27.10.2022 um 5 Uhr in der Frühe diesen Kommentar zum Festival und Projekt Katharina von Zimmern 2022 geschrieben: 
»Das kühle Nonnen-Portrait ist hinreißend:
Angeblich soll es sich bei dem Model um Lily Brayton handeln, eine Shakespeare-Darstellerin und Super-Beauty der Zeit um 1900, die für hunderte von Kostümaufnahmen Modell gestanden zu haben scheint. Ich weiß nicht, ob Lily Brayton Probleme gemacht hat, ich denke mir, erfolgreich wie sie war, hat sie wie Katharina von Zimmern es verstanden, immer sie selber zu bleiben und dabei den klugen Weg zu gehen. Sie hat also die Kardinaltugenden Klugheit und Tapferkeit zu vereinen gewusst, sie hat die Welt genommen, wie sie ist, und sich darin durchgesetzt. Vorbildlich. Wünsche für das Projekt allen verdienten Erfolg!«
ja, dies farblich kühl veränderte Nonnen-Portrait-Photo by Suzy Hazelwood on Pexels.com, welches ich freundlicherweise nutzen darf: es ist wirklich hinreissend, wie zum Erkennungsbild mutiert für’s Projekt #katharinavonzimmern #KatharinaVonZimmern sowie Katharina von Zimmern 1522-2022 und wirkt fast wie speziell dafür oder dazu gemacht. Zu #KathAInavonZimmern hat's offensichtlich bislang noch nicht gereicht, ob dies nun ein Top oder Neustes wird, dies mögen andere entscheiden und beurteilen;


doch ich lese soeben:
Das war eindrucksvoll. Muss ein peinliches Geständnis machen. Ich habe wirklich die ganze Zeit geglaubt – ernsthaft, ich sag das nicht nur so -, „hgamma“ sei ein Avatar von „birgit matter“, will sagen, Birgit Matter stellt ab und zu als „hgamma“ Kommentare ein, in satirischer Absicht, oder um zu provozieren, was immer. Kann gar nicht glauben, dass ich mich so geirrt haben soll.


nun, da muss “birgit matter" weiter schreiben:
Danke Peter Flamm, herzlichen Dank für deine Kommentare, insbesondere deine Einschätzungen, Bewertungen und Beurteilungen zu Lily Brayton und Katharina von Zimmern. Und auch zu den Kardinaltugenden wie Klugheit und Tapferkeit, auf die ich jetzt nicht eingehen werde, da ich mit dieser wochenlang verspäteten und zeitlich verzögerten Antwort bereits gegen die Kardinaltugend wie Pünktlichkeit und “zeitnahe” Beantwortung durch eine gewisse Funkstille reagiere, die im normalen sozialen Miteinander sofort Takt und Anstoss sowie Kritik geben würde. Zumindest im europäischen und deutschsprachigen Raum der Gesellschaft, so wie es bekannt ist und ich es auch kenne. Ich habe deinen Kommentar damals mit den Wünschen und allen verdienten Erfolg, nachdem ich diesen gelesen und zur Kenntnis genommen habe, einfach so stehen lassen. Ja auch, da ich nicht so genau wusste, wie darauf zu reagieren sei und welchen Erfolg du meinen könntest: dass das #Festival gelingt?! Das Festival wäre so oder so gelungen, denn es gab einen Plan sowie Programm für den mehrtägigen LiveStream. 

Es wäre vermutlich mit und ohne mein Engagement, DaZuTun sowie Anwesenheit während des LiveStreams #Festival gelaufen.

Im Internet ginge nichts verloren, sagte man mir. 

Da es ebenso die kommunikative:n Plattform:en unter vielen «Bloggern» sei, welche die Möglichkeit bietet, mit anderen Bloggern als Autoren, Herausgeber und Künstler_Künstler in Kontakt zu treten. Dies wird ermöglicht durch die angebotenen Kommentarfunktion:en. Mit der die Lesenden des Blogs Feedback geben und zu Diskussionen beitragen können. Und ich las, dass Unternehmen = Unternehmungen sich gerne eigener Blogs bedienen, um ihre Kunden und Interessenten stets auf dem Laufenden zu halten. Weblogs sind außerdem und angeblich meinungsbildend, durch Kommentare und schnelle Verlinkungen. Sie verbreiten die Neuigkeiten teilweise schneller als traditionelle News-Websites. Doch Weblog Hosting ist nicht nur eine Trenderscheinung, da die ersten Online-Tagebücher bereits 1990 verfasst wurden. Mittlerweile sind zahlreiche, meist kostenlose Systeme auf das Veröffentlichen von Weblogs spezialisiert. Das Online_Tagebuch von #KatharinaVonZimmern ist auf Twitter, zum Beispiel.
Und ja, Katharina von Zimmern hat zumindest dem Rat der Stadt Zürich nie (aus den vorhandenen Dokumenten ersichtlich) Probleme (oder Schwierigkeiten) gemacht. Während ihrer 28-jährigen Amtszeit als Äbtissin wurde Katharina zudem sehr selten in den Ratsakten der Stadt erwähnt, weil ihre Regierungszeit keinerlei Beschwerden innerhalb der Stadt Zürich brachte. Denn, im Gegensatz zu ihren Vorgängern führte sie die Abtei erfolgreich und sogar mit Fingerspitzengefühl und Diskretion, wie es zu lesen ist. Dies lässt annehmen, dass sie sich zurückhielt, bedacht und geplant handelte sowie kommunizierte. Als Fürstäbtissin war sie wohl und dies ist heute anzunehmen, die prominenteste Frau und Repräsentantin im damaligen Zürich 1522. Sie hatte alle Rechte inne, um zu handeln und zu wirtschaften. Das alte Vorrecht der Barmherzigkeit in Zürich oblag ihr, ebenso wie das Recht, den Bürgermeister zu wählen und sogar Todesurteile zu begnadigen. Sie organisierte die Finanzen der Abtei und besass das alte umfassende Münzrecht der Stadt und wickelte Erbangelegenheiten und -streitigkeiten in der Stadt ab. Sie war sehr aktiv im Bauwesen und in der Kunst (Kunsthandwerk und Kunstgewerbe waren ihr vermutlich lieb sowie ihr ausgesprochene Leidenschaft). Vielfältige Beziehungen zu den Zünften unterhielt sie, der Flachschnitzerei, der Buchdruckerei und zu den gebildeten Humanisten sowie Reformatoren, die viel redeten, predigten und diskutieren. Die meisten davon schrieben auch sehr viel, welches mittels Buchdruck gedruckt wurde. Und wenn es Fehldrucke waren, wurden sie einfach so auf dem Marktplatz oder Münsterhof verteilt. 


Ob Katharina je viel handschriftlich schrieb ist nicht überliefert. Sie hatte vermutlich einen oder mehrere Sekretäre. Sie siegelte mit ihrem Ring die Schriftstücke, welche die Sekretäre vorbereitet hatten, wie es am #Festival #KatharinaVonZimmern #KathAInaVonZimmern #katharinavonzimmern 1522-2022 thematisiert und auch besprochen wurde. Jede:r macht vermutlich sein eignes Festival daraus, welches wünschenswert wäre:

#Venusleberei #Venuslieberei #Venusfigurinen werden kaum hier, sondern an anderen Stellen weiter "aus- und aufgeführt" 😉 ohne jegliche Extravaganz, denn diese ist katholisch und mit ihrer Familie von Zimmern hatte Katharina schon lange gebrochen 

Erst 1524 (somit bleiben noch 2 Jahre Zeit bis 2024 zum 500Jährigen) bis 

Katharina von Zimmern den Zürcher Ratsherren die «Schlüssel zum Kloster, die Ländereien, ihre Rechte und selbstverständlich auch Pflichten» übergab. Sie handelte gewisse Privilegien für sich aus oder diese wurden ihr sogar von den Ratsherren in grosszügig Art und Weise angeboten? Lebenslanges Wohn-, Bürger- und Bleiberechte in der Stadt Zürich sowie eine Leibrente an Münzen und Naturalien, wie Körbe an Getreide, Gemüse und Kübel oder Eimer an Wein? Wobei nach wie vor unklar ist, ob es ihr gereicht hat bzw. ausreichend für sie war sowie für ihren Ehemann und ihre Kinder? Denn sie versuchte auch von ihren Brüdern von Zimmern finanzielle Unterstützung zu bekommen, welches ihr erst kurz vor dem Tod mit einem Urteil und Schiedsspruch aus Zürich gelang. Ihr Bruder Graf Gottfried Werner von Zimmern zeigte ein Einsehen und anerkannte den Schiedsspruch Zürichs, das ihr eine größere Summe Geldes zusprach. (vgl. https://www.wikiwand.com/de/Katharina_von_Zimmern und hierbei werden Unterschiede und Zusammenhänge zwischen Wikiwand und Wikipedia interessanterweise offensichtlich, doch dies nur am Rand).

Durch die Über- und Abgabe des Klosters Fraumünster hat Katharina dazu beitragen, dass kein Bürgerkrieg ausbrach und dies erscheint wesentlich. 

Ihren umstrittenen Verzicht auf Amt und Würde rechtfertigte sie persönlich angeblich mit der «Gestalt der Läufe»          (Luntenschloss) und um der Stadt Zürich «grosse Unruhe und Ungemach» zu vermeiden. Darüber hinaus verwies sie auf ihr #Gewissen und betonte die #Freiwilligkeit ihres Vorgehens. 

Und dem Zürcher Rat war dieser nicht selbstverständliche Schritt viel wert, heisst es: er sprach Katharina von Zimmern eine grosse Leibrente sowie das Wohnrecht im ehemaligen Kloster zu, das wie andere Gotteshäuser zu einem städtischen und zünftigen Amtshaus (heute Stadthaus) umgewandelt wurde. Genau dort, wo heute noch das Stadthaus mit Zivilstandsamt in Zürich steht.  
Weshalb Katharina von Zimmern dennoch kurz darauf heiratete?
Weshalb diese Hochzeit von 1525 heute noch interessiert?
Weshalb keine Hochzeit an diesem #Festival 2022 geplant war?
Es mag, wie einige sagen, darauf zurückzuleiten sein, dass ihr erstes Kind Regula, welches sie ca. zwanzigjährig als Äbtissin im Kloster Fraumüster gebar, eventuell auch von dem Söldneragent Eberhard von Reischach war. Diese geheimnisvolle Regula Schwarz taucht in verschiedenen Dokumenten auf, und dass sie die uneheliche Tochter von Katharina war, ist jetzt sicher, meint Irene Gysel. 


Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen Meret Oppenheim. 


Doch, es bleibt ungewiss und gewisse Unsicherheiten bleiben, ob Katharina dem Zürcher Rat aus 

 1. Glaubensgründen, aus 

 2. Politischem Verstand oder aus 

 3. Liebe zu ihrem Söldnerführer das Stift, 

die Abtei, das Kloster, die Ländereien und die einflussreichen Rechte überliess. Sie übergab das älteste Zürcher Frauenkloster im Dezember 1524 nach rund 670 Jahren Existenz mit allen Rechten und Besitzungen dem Rat. Dieser hatte ab dem 14. Jahrhundert gegenüber der Äbtissin des Fraumünsters als Reichsfürstin und formaler Stadtherrin immer mehr an Einfluss gewonnen und kontrollierte seit der Mitte des 15. Jahrhunderts auch die Rechnungsführung (Buchhaltung) des Klosters. Mit der Übergabe gelangte der Rat nicht nur in den Besitz des Abteivermögens, sondern auch aller noch existierender Privilegien
wie dem Münz- und Zollrecht.



zu 3. Wahrscheinlich aus Liebe, Zuneigung und jahrelanger heimlicher Beziehung und Freundschaft zu Eberhard durch Briefkontakte und Treffen. Die könnte durchaus möglich gewesen sein. Obgleich «Liebesheirat» als "Regelfall" geschichtlich betrachtet erst eine Erscheinung ab so ca. den Jahren 1750 wird. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, dass Katharina die Ehe aus freiem Willen einging, ob aus Liebe oder anderen Gründen, dies vermag ich heute kaum zu beurteilen. Und derzeit spricht kaum etwas dafür, dass die Eheschliessung aus Zwang oder durch Arrangement stattfand.
zu 2. Politischer Verstand ist ebenso anzunehmen, da Eberhard von Reischach ein Söldneragent war. Ein älterer, erfahrener Mann und Witwer mit 61 Lebensjahren, der politische Unruhen und Machtverhältnisse einzuschätzen wusste und Katharina eventuell sogar dazu geraten hat, dass Kloster an den Zürcher Rat abzugeben, um den Frieden in der Stadt zu sichern. Möglicherweise auch, um sich selbst und Katharina zu schützen und in Sicherheit zu bringen sowie Zürich zu verlassen.
zu 1. Aus Glaubensgründen kann ich mir ebenso gut vorstellen, da sie mit dem Katholizismus ihrer Familie von Zimmern in Süddeutschland gebrochen hatte. Und sie sich stark der Reformation, dem Humanismus und ihrem Gewissen verbunden fühlte, aus freien Stücken und freiwillig zu handeln. Zwingli hatte sie seit ihrer gemeinsamen Jugend am Walensee gekannt, der auch humanistisch gebildet war und den sie für das Grossmünster als Prediger eingestellt hatte. 


Und ihr #Gewissen, die #Freiwilligkeit sowie #Eigenständigkeit bei ihrem Vorgehen sind in Veröffentlichungen zu ihr betont.

Mit dem Begriff «#Quelle» hatte ich mich länger in diesen Zusammenhängen 1522 befasst. Es bezeichnet diejenigen Objekte und Texte, welche Zugang zur Vergangenheit gewähren. Dies können Gegenstände, wie z.B. Kelche, Münzen, Waffen, oder Bilder sein, die aus der Zeit 1522 stammen, die man untersuchen will. Auch wenn prinzipiell alles Historische als Quelle dienen kann, so stellen Texte doch den weitaus grössten Teil dar. Wichtig ist dabei zu beachten, dass nur historische Texte (und Objekte) als Quellen bezeichnet werden. Moderne Texte, welche sich mit historischen Themen beschäftigen, wie z.B. Geschichtsbücher oder auch diese Webseite, sind keine #Quellen, sondern werden als graue #Sekundärliteratur bezeichnet. Dabei wird häufig unterscheiden zwischen sogenannten «Traditions-» und «Überrestquellen». 

Als «#Traditionsquellen» werden dabei historische Objekte und Texte bezeichnet, welche speziell angefertigt wurden, um der Nachwelt ein bestimmtes #Bild zu übermitteln. Typische Beispiele für diese Quellengattungen sind Chroniken oder auch Denkmale. Zum Denkmal von Katharina von Zimmer werde ich noch "kommen". 

Als «Überrestquellen» werden solche Dokumente und Gegenstände bezeichnet, die durch Zufall auf oder zu uns gekommen sind und welche, vermeintlich, objektivere Einblicke in vergangene Zeiten gewähren. Beispiele für solche Quellen können z.B. private Briefe, Einkaufslisten und Alltagskleider sein, aber auch Gerichtsakten und offizielle Erlässe. Es ist zwar wichtig zu unterscheiden, mit welcher Art von Quelle man zu tun hat (s. Quellenkritik), aber der Übergang zwischen den beiden Quellenformen ist oftmals fliessend.

Überlieferung:en

Wie sind Texte und Gegenstände, davon gehe ich aus, die manchmal viele hundert Jahre alt sind, auf uns zu gekommen? Die kurze Antwort auf diese Frage und deine Kommentare lautet sicherlich: #Zufall. Etwas umfassender formuliert kann ich sagen, dass nur ein geringer Bruchteil an Gegenständen und Dokumenten aus vergangenen Zeiten dieselben überdauert haben. Und je ferner die Vergangenheit, desto geringer der Umfang an überlieferten Quellen. Für das Mittelalter sind Klöster besonders wichtige #Orte der Überlieferung. In den klösterlichen Skriptorien wurden religiöse, philosophische, aber auch literarische Texte kopiert. Die Bibliotheken der Klöster waren oftmals umfassend – Medizinbücher waren hier ebenso zu finden wie Rechtstexte. Die Literatur des #Ovid, die Schriften des Caesar, aber auch der frühen christlichen Denker wie – Augustinus sind uns heute nur bekannt, weil sie in Klöstern immer wieder kopiert wurden und z.T. von diesen an vermögende Privathaushalte verkauft & veröffentlicht wurden.
Nach der #AuflösungderwichtigenKlöster wurden dessen Bibliothek und Archive oftmals von anderen Institutionen übernommen. Seit dem späten 18. Jahrhundert waren dies vermehrt die überall entstehenden staatlichen Archive. Auch heute noch werden dort historische Quellen aufbewahrt und sind der Öffentlichkeit – mit gewissen Einschränkungen – zugänglich. Neben staatlichen und städtischen Archiven besitzen auch Museen und private Archive viele historische Artefakte.
Doch zurück zu Katharina von Zimmern: deren Leben kein Schicksal einer einzelnen Person war, die ausgerechnet einen Mann, der in Zürich vor kurzem in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden war. Den verwitweten Eberhard von Reischach, der 61 Jahre alt war zu heiraten, war bestimmt keine leichte Entscheidung für Katharina, die mit 47 Jahren noch um einige Jahre jünger war. Mit der #HOCHZEIT begann ihr Leben als Ehefrau eines geächteten und zum Tode verurteilten Söldnerführers und -anwerbers. Und, obwohl sie, wie gesagt: bereits 47 Jahre alt war, und ihr Mann 61, bekamen sie noch zwei Kinder: eine Tochter Anna und einen Sohn, dessen Name nicht bekannt ist. Da Eberhard auf Zürcher Boden sein Leben riskierte, lebte die Familie zunächst in Schaffhausen, später im thurgauischen Diessenhofen, bis ihnen 1529 eine Begnadigung die Rückkehr der Familie nach Zürich ermöglichte. #Zwingli hoffte auf die Unterstützung von Eberhard von Reischach in den drohenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen Evangelischen und Katholischen. Beide Männer fielen 1531 im Zweiten Kappelerkrieg. 
Hierdurch änderte sich 1531 das "Leben" von Katharina von Zimmern enorm und ein weiteres Mal radikal: Denn zu ihrer Herkunftsfamilie, die katholisch geblieben war, konnte sie nicht zurückkehren. So wurde sie zur alleinerziehenden Mutter, lebenslang Leibrente oder Alimente der Stadt Zürich erhielt. Und sicherlich spielt da noch viel mehr mit hinein. Die bisherigen Erfahrungen und Ereignisse zeigen es ja, dass es für alles, was geschieht, unterschiedliche Gründe, Begründungen und Erklärungen gab und heute noch gibt. So tragen diese Aktivitäten sowie dies Schreiben auch dazu bei, die Ereignisse der Reformation als andauerndes Projekt differenzierter und fairer zu betrachten und in Zukunft zu beurteilen.
So finde ich es vorerst ästhetisch & auch künstlerisch passend dies Foto als Profil- und Bannerbild für das Projekt zu Katharina von Zimmern und #katharinavonzimmern zu verwenden, welches Lily Brayton, English actress best known for her performances in Shakespeare plays (top, in the role of Isabella in Measure for Measure, 1907) zeigt.  

Von matter birgit

#pilotprojekte
#nobreadlessart
#keinebrotloseKunst
#katharinavonzimmern
#kunsttalk1
#diekunst

visual arts - art and scientific re-search _ arthistory
contemporary performance art
projects: #16

4 Antworten auf „katharinavonzimmern“

Danke viel mal @VerlagPeterFlamm hieran wird gearbeitet seit 2022 um das Jahr 1522 auch in 2023 zu beleuchten als 1523 // sobald an die Stelle des Romans eine stereotype (cliché) Biographik tritt, in der diese Spannung nicht mehr existiert, sondern durch die gleichzeitige Eliminierung und Anpreisung des Individuellen ersetzt wird, hat dies Konsequenzen über die enge Sphäre der Literatur hinaus; der Übergang zu einer Gesellschaft, in der das Individuum selbst seinen individuellen Charakter verliert um zum lebenden Stereotyp wird, wird damit in der Literatur vollzogen, die hierdurch den Charakter eines Protestes gegen das gesellschaftliche Unglück verliert und dieses nicht mehr anficht, sondern zu einer Verewigung beiträgt

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Das war ein reicher Beitrag mit einer Fülle von Aspekten, hervorzuheben besonders die Betonung auf der Wahrheit, dass Vergangenheit immer wahrgenommene und gedeutete Vergangenheit ist, also wandelbar. Es ist gut, dass wir mit der Vergangenheit nie fertig werden, denn das bedeutet, die Toten sind niemals wirklich tot. Klar, so manchen Toten würde man gern dauerhaft verscharren, aber andere begrüßt man als Zeitgenossen, und Katharina von Zimmern scheint zu diesen zu gehören. Birgit Matter hat noch einmal wunderbar zusammengefasst, was es alles über diese erstaunliche Frau zu sagen gibt, und was für ein reiches Leben scheint das doch gewesen zu sein! Ein Leben voller Entscheidungen, die von großer Entschlossenheit und Beherztheit zeugen. Katharina von Zimmern scheint mit Handlungen durchgekommen zu sein, die hätten andere den Kopf gekostet. Das muss etwas mit ihrer Persönlichkeit zu tun gehabt haben, mit einer eingeborenen und geübten Fähigkeit, auch in schwierigen Lagen den Ausweg zu finden. Schließlich, als junge Äbtissin mit einem unehelichen Kind niederzukommen, und dennoch der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen, das ist keine kleine Leistung. Der Betrachter aus der Ferne des 21. Jahrhunderts sieht aber auch, die Vergangenheiten waren keineswegs immer so monolithisch, wie das Vorurteil das will. Auch im Tumult der Reformationszeiten waren Lebenswege möglich, die in kein vorgefertigtes Bild passen. Das ist doch schön zu denken: nicht nur die Zukunft ist offen, auch die Vergangenheit, und die vielen Vergangenheiten, auf die wir zurückblicken, dienen einander gegenseitig als Spiegel, so kann das Photo einer Shakespeare-Darstellerin aus der Zeit um 1900 Licht werfen auf das Leben einer Nonne um 1520, und die Nonne konnte nichts von Shakespeare wissen noch von Photographien noch vom Internet, und dennoch spricht sie noch zu uns und weiß uns etwas zu sagen. Nichts ist verloren. Und auch wir werden ganz schnell zu Verganenheit geworden zu sein, und dann werden wieder andere von der Höhe einer ganz neuen Zeit auf uns herab blicken und uns anschauen und denken, die sind alle schon lange tot, und die sagen uns trotzdem immer noch was, und die haben sich zu ihrer Zeit mit dieser toten Nonne beschäftigt, und irgendwie sind sie alle noch da und sind noch lebendig. Wie gesagt, nichts ist verloren, und ob die Vergangenheit hell oder finster erscheint, hängt auch davon ab, wohin wir das Licht unserer Betrachtung werfen. Man muss die Schrecken vergangener Zeiten nicht schönmalen wollen, wenn man den Blick auf Wesen richtet, denen es gelungen ist, sich zu behaupten. Selbstbehauptung, das ist ein ungeheurer Wert, jeder von uns muss sich jeden Tag irgendwie selbst behaupten, und dabei hilft, auf die Vergangenheit zu blicken und zu sehen, da hat es immer welche gegeben, denen ist das gelungen. Und auf einmal erscheint das Gesicht einer schönen toten Schauspielerin richtig glänzend, nicht wie aus der Vergangenheit hoch, sondern wie aus der Zukunft entgegen. Alles ist möglich, sagt die Vergangenheit, alles kann gelingen, so ist die Vergangenheit auch immer ein Versprechen aus der Zukunft.
Immer eine Freude, diese Seite aufzurufen!

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