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Der Verdacht

Was machst du eigentlich da unten? fragte die kleine Freundin immer dringender. Sie waren drei Jahre zusammen, da sagte er: Ich habe einen Verdacht, …

Der Verdacht

Von matter birgit

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Project: #16

8 Antworten auf „Der Verdacht“

Das Böse ist eigentlich gar keine Wahrheit. Das Gute allein ist die Wahrheit. Das Böse ist die Abwesenheit des Guten, und also die Abwesenheit von Wahrheit. Das Böse ist nicht das sogenannte Böse. es ist wirklich das Böse, und es will Vernichtung, weil es nichts anderes kann. Das Böse kann nicht bauen, die Lüge kann nicht bauen, nur das Gute baut, nur die Wahrheit baut. Das Böse kann nur zerstören, und das will es. Am Willen zur Zerstörung erkennt man das Böse, und am Scheitern. Da das Böse nicht bauen kann, scheitert es immer. Es mag die ganze Welt zerstören, und ist dann dennoch und erst recht gescheitert, denn es hat ja wieder nur zerstört, und nichts geschaffen. Jeder Sieg des Bösen ist seine Niederlage, denn da es nur zerstören kann, offenbart es sich gerade im Sieg als der machtlose Dreck, der es ist. Das Böse kann mit leichter Hand einen Menschen zerstören, aber ein einziges Haar erschaffen auf dem Kopf dieses zerstörten Menschen, kann es nicht. So offenbart das Böse gerade im Augenblick seines Triumphierens immer nur seine Nichtigkeit. Um zerstören zu können, muss das Böse darauf warten, dass das Gute erst einmal etwas erschafft. Das Böse ist machtlos, impotent, nichtswürdig, und es wäre der Spott des Guten in der Welt, würde das Gute sich dazu herablassen zu spotten. Das Böse verdient nicht einmal Spott. Es ist nichts.
Danke für die Übernahme unseres Textes!

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Das Eigentliche

Verlag Peter Flamm
Okt 11
Endlich sind wir nun hier, wir Lichtbringer, und leuchten hinein in diese Finsternis, in diese Verschwiemelungen und Verschwurbeltheiten, und zeigen die Wahrheit, den wahren Kern, das wahre Gesicht der Tyrannen der Ausbeuter der Unterdrücker.

Wo aber das Eigentliche erkannt wird, wo aber das Eigentliche entlarvt ist, dort wird Freiheit.

Fast von selber. Die Entlarvung ist immer der erste Schritt. Wo die Erkenntnis einmal Bahn sich gebrochen hat, die sind auch bloß nackt unterm Hemd, dort folgt der zweite Schritt wie von selbst, die befreiende die revolutionäre Tat: die ziehen wir nackt aus. Denen nehmen wir das letzte Hemd, denn das haben die ja uns gestohlen, das haben wir für die genäht, und dann stehen sie nackt da, und wenn die das Hemd nicht mehr anhaben, das wir ihnen gewebt und genäht und bordiert haben, dann sieht alle Welt, die sind auch nicht anders als wir. Im Gegenteil: die sind weniger als wir! Denn weben und nähen und bordieren, das können ja nur wir, die können das nicht, die haben an unserem Können schmarotzt, und jetzt, da wir uns nicht länger von ihnen täuschen lassen, stehen die nicht nur nackt vor uns, sondern auch arm: die können gar nichts, die sind weniger als wir. Also weg mit denen! Die haben uns die längste Zeit ausgebeutet!

Und wenn die weg sind, dann wird das Heil. Denn alles Elend kommt von denen, alles Unglück alle Krankheit in der Welt, alle Armut alles Unglück alles Ungemach. Alles von denen! Deshalb, wir beschwören euch: deshalb müssen die weg, dann passiert das Wunder, dann wird alles gut.

Damit aber alles gut wird, müssen wir die Macht haben, wir Wecker des Hochgleuchtes, ihr müsst uns die Macht in die Hand geben, soviel Macht, dass wir den böslichen Maschinisten ihre Werkzeuge aus der Hand winden können, die Werkzeuge, mit denen sie Unterdrückung wirken, die müssen wir ihnen entreißen, entlarven müssen wir die Maschinisten, dass sie euch nicht länger täuschen können, denn nur durch Täuschung und Lüge funktioniert das ganze System, wir aber, wir Guten, wir Durchleuchteten, wir sind das Gegenteil von Täuschung und Lüge, wir sind die Wahrheit, wir sind das Hocherweck, die Maschinisten sind die Finsternis, wir sind das Licht, das bringen wir, und wir leuchten an die Maschinisten und zeigen, was die wirklich wollen, was die eigentlich wollen: euch unterdrücken und ausbeuten und aussaugen nämlich, zu ihrem und ausschließlich zu ihrem eigenen Nutzen, das wollen die, das ist ihr eigentlicher Wille, das ist ihr Eigentliches, das entlarven wir, das kriegen wir raus, das zeigen wir euch.

Die Entlarvung des Eigentlichen war von allem Anfang an die grundlegende Propagandafigur des Hochgeleuchts.

Wo wir auch hingreifen, versicherten die Wecker, da treffen wir auf Verhüllungen auf Täuschungen auf Verschleierungen, und die haben regelmäßig nur ein Ziel: ein Eigentliches zu verbergen, ein Eigentliches den Blicken zu entziehen. Überall ist ein Eigentliches verborgen, und wir enthüllen das.

Ohne Ende, so wussten die Hocherweckten, ohne Ende sind die Machinationen der Maschinisten. Sie verhüllen und verschleiern, wo sie nur können, um euch verblendet und verdummt zu halten. Nichts ist denen zu klein, nichts zu gering nichts zu entlegen, sie legen den Schleier der Täuschung darüber, und wo man hingreift, ist Lüge und Finsternis. Deshalb lohnt sich, überall hineinzuleuchten: überall haben die was zu verbergen, die Maschinisten. Alles hängt mit allem zusammen, überall sind Zusammenhänge. Ihr sollt tappen wie die Blinden, sollt auf keinen Fall sie sehen, die Zusammenhänge. Das ist der Verblendungszusammenhang, ihr versteht, hebt man den Schleier an einer Stelle und leuchtet darunter, gerät den Maschinisten die ganze Maschine in Gefahr, deshalb fangen sie an zu schreien. Wann immer ihr aber sie schreien hört, so wisset: da haben die was zu verbergen, da fühlen die ihren künstlich gewirkten Verblendungszusammenhang in Gefahr, da fühlen die sich bedroht. Deshalb können die das gar nicht ertragen, wenn irgendwo hineingeleuchtet wird. Ganz egal wo! Sobald wir wecken an einem Punkt, und sei es der geringste, fühlen die sich bedroht. Sind die bedroht! Denn alle Lüge alle Täuschung hilft denen, euch reinzulegen. Ihr sollt niemals die Wahrheit sehen, niemals! Deshalb müsst ihr uns helfen, reinzuleuchten, damit wir denen heimleuchten können, den Maschinisten, das tun wir alles nur für euch.

So weit, so schlecht. Nicht die erste Idiotie des Menschtiers, nicht die letzte.

Zur täglichen Schattenarbeit kommt die Einsicht, dass das sogenannte Böse nur die halbe Wahrheit ist.

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Liebe Birgit Matter, vielen herzlichen Dank fürs Weitergeben, ich war erst ganz irritiert über die ungewohnt vielen Likes, dann dachte ich mir, da muss was weitergegeben worden sein. Nochmals Dank, und Grüße, und Wünsche für eine erfolgreiche Woche.
Habe diesen Kommentar schon am Tage des Erscheinens eingestellt, die Maschine hat ihn aber offenbar nicht haben wollen. Versuche es noch einmal, mit Bitte um Entschuldigung für die Verzögerung.

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Antworten auf Ihren Traum:

Traum
2. Februar 2022
Sterne wiegen oft ihre Häupter, sind Seesterne, Schlangensterne, da spritzen sie auseinander wie weite Farbenflecke, lassen ein Gebirge zurück, Wälder, in Weiß und Grün, schwerdunklem Grün …

*

Wir sind alle aus Sternenstaub gemacht, Im Traum, da ich aus dem selben Stoff gemacht, haben sich die Sterne in ihrer Pracht nie blicken lassen.

Dem Berg hinunter, zu Tal, Waldemar wusste, er musste sie finden, sie einholen, das würde nicht einfach sein, Schnee war überall, aber es war wichtig … da war das Blockhaus, und Vieh streunte umher auf der Weide, mit weitschrittiger Unruhe, frei war die Weide von Schnee, und Zaun darum. Uneben der Boden. Waldemar stolperte durch die Herde, jemand lachte, und er senkte den Kopf und trug es, ohne Widerspruch zu geben, beinahe wäre er gefallen, warum sollte da einer nicht lachen, Menschen tun das.

*

Es ist wichtig, im Traum dem Schwachen eilend die Hilfe zu bieten. Das Gelächter, in der Ferfremdung eines anderen, kommt aus mir selbst. Ach, welche Schande.

Da war das Blockhaus. Dunkele Bohlen, voll triefenden Harzgeruchs, der mischte sich den leichten Dünsten schmelzenden Schnees, und Waldemar öffnete die Tür, das war nicht leicht, widerständig war sie, knarrte und ächzte in den Angeln, ein wiegender Ochsenkopf schaute herbei vom Weg, dann schwang der Flügel auf, und Waldemar trat ein, er stolperte wieder, hoch war die Schwelle, und innen stand schwerer hölzerner Tisch, ungefüge, mit roh gezimmerten Stühlen.

Weite Gebärden der Menschen, Einrede. Drei um den Tisch (oder vier?), viele Worte heischten ungeschlachte Münder, eine Frau besonders, mit eisengrauen Haarsträhnen, die schrillte scharf und anhaltend, da war Ablehnung, Vorbehalt, Beschuldigung, und Waldemar stand und schwieg, dann war er allein im Raum mit den hölzernen Wänden, das Kaminfeuer züngelte, rotdunkles Glosen.

Das Feuer um die Glieder zu strecken, und etwas warmes zu sich zu nehmen. Gegen das Böse einer Frau gilt es sie zurecht zu stellen. Das eigene Verdorbene muss ein jeder Mensch für sich selbst verantworten und tragen.

Zu verfolgen war der Weg um den Tisch, sorgsam, mit tiefen Gedanken. Dann Schritte zur Tür, zurück der hölzerne Riegel. Aber etwas sperrte gegen die Tür, etwas Weiches, Nachgiebiges, und doch Widerständiges, und Waldemar zog und drückte und zerrte, lange wollte die Tür ihm nicht gehorchen, dann bezwang er sie doch, und der Flügel schwang auf.

Stand eine Leiche gelehnt in der Türfüllung, mit blutigem Haar, blutigem grauen Haar, denn ein Axthieb hatte den Kopf gezeichnet, war in den Schädel gegangen und hatte die Stirn gespalten, die klaffte, voll von verharschtem Blut, ein Auge war ausgelaufen, hing schmierig festgeklebt über die Wange, das andere starrte offen und glasig.

*

Das Unbewusste ist das Reich der Toten, die Verstorbenen setzen uns im Drama der Seele, wo wir nur eine Nebenrolle spielen, den Spiegel, zu neuer Einsicht vor.

Und lehnte die Leiche in der Türfüllung; da Waldemar den Türflügel aufgerissen hatte, schwankte sie, doch konnte sie nicht stürzen, war eine lange lange Zeit schwanker Tanz auf stelzenden Beinen, nicht verlor sie das Gleichgewicht, nein, blieb aufrecht, taumelte ungebärdig hin und her, in’s Zimmer hinein, auf Waldemar zu, dass der rückwärts wankte, Angst erstieg und Taumeln, und dann versperrte der Tisch den Weg, und die schwankende Leiche kam näher, mit wackelnd-schwingendem Körper auf den stelzenden Gliederbeinen, drängte sich heran, endlich gaben die Beine nach, sie stürzte, fiel auf Waldemar, der verspürte einen eklen Geruch nach Hadern und nassem Stroh, klappernd sank nieder das Gebein, und ein wehender Streif zog durch den Raum, das war wie Wind und fortgezogener Schleier, und löschte alle Bilder aus.

Die Bilder bleiben als Mahnung in Erinnerung. Die einzige Tatsache ist der Tod.

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Danke für Ihre Antwort.

Auf dem Grund der Seele
zu den Schichten
des Daseins
bis an den heutigen Tag
versucht der Mensch
dem Höhlengleichnis nach
das mehr Verworrnes
in die Geschichte
der Menschheit gebracht
bis zuletzt in den Begriff
der reinen autonomen Vernunft
der digitalen KI-Unvernunft

den anderen
ihren transzendenten Schöpfergott
ein Bild heranzuziehen
dem Vermittler Hermes
oder den Putenengel gleich

einen Schleier
um die Wirklichkeit
zu werfen
die Seele zurück
ins Unbewusste zu vertreiben

sie die zu schulende
als die Hilflose

von der
der Geist
sie selbst in uns ist
nicht da draussen

wer vor sich selbst
keine Angst hat
sich nicht vor
sich selbst fürchten gelernt
der mag mit seinem Geist
rückwärts vorwärts
fliegen dem wie er will
Freundliche Grüße
Hans Gamma

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