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Die Antike der #Fotografie

es scheint sich von selbst zu verstehen, dass von einer «Fotografie der Antike» nicht die Rede sein kann, da es eine #Innovation der #Moderne ist.

Selbstporträt in Bildern – Biographien – Genealogien

Denn noch lassen sich kapitelweise Wege des «alchimistischen (künstlichen, künstlerischen etc.) Denkens» von der ANTIKE 
über das MITTELALTER bis in die NEUZEIT verfolgen. 
Nebenbei sei bemerkt, dass Georges Didi-Huberman die nominellen Wurzeln des Fotografierens auch im Mittelalter suchte, als er dem »Erfinder des Wortes >photographieren<« einen luziden «Essay» widmete.
Bereits #KatharinaVonZimmern konnte somit das Wort «photographieren» bekannt gewesen sein und dies ist wichtig und bedeutungsvoll für die weiteren Vorbereitungen zum Festival im Jahr 2022.


Doch solche historischen Sondierungen scheinen heute eher dazu angetan: medienhistorische #Unruhe und #Verwirrung zu stiften: 

Gründung der Stiftung zur Anstiftung trifft's eher als Galerie:n 
»Fruchtbarkeit eines Zusammentreffens, durch die das Sehen der Vergangenheit
mit den Augen der Gegenwart uns helfen würde, eine Schwierigkeit zu überwinden und wörtlich in einen neuen, bis dahin unbemerkten Aspekt der Vergangenheit einzutauchen, […] den der neue Blick, nicht der naive oder unschuldige Blick, plötzlich enthüllt hätte.«

(»[L]a fécondité d’une rencontre par laquelle voir le passé avec les yeux du présent nous aiderait à franchir un cap, et à littéralement plonger dans un nouvel aspect du passé, jusque-là inaperçu, […] et que le regard neuf, je ne dis pas naïf ou vierge, d’un coup aurait dévoilé.« Georges Didi-Huberman: Devant l’image. Question posée aux fins d’une histoire de l’art, Paris 1990, S. 50f. (Übersetzung W.-M.S.); vgl. Ders.: Vor einem Bild, München/Wien 2000, S. 48.)


In diesem einen Wort »photographieren« stoßen täglich Vergangenheit und
Gegenwart aufeinander. Wie bei einer #Metapher verursacht das Zusammentreffen zweier verwandter und doch gegensätzlicher Bedeutungen den #Schock. Hier treffen jedoch nicht nur zwei Worte mit ihren
Bedeutungen aufeinander, sondern ein Wort wird plötzlich zum
Treffpunkt zweier Bereiche, Zonen oder Sphären. Während einerseits, nämlich das technische Medium der Fotografie, heutiger Lesender vertraut ist, muss andererseits die
zweite Bedeutung erst in der Geschichte (Historie) erarbeitet werden:


Vor dem
Hintergrund der vertrauten Bedeutung entwickele ich 
Schritt für Schritt den zweiten und weiteren Aspekt, nämlich die Erfahrung. Aus dieser Zusammenstellung zweier
unvereinbarer Zonen ergibt sich für Lesende ein unerwarteter
Sinn. Die (mystische) Erfahrung erscheint im Licht dessen, was wir
heute von der Fotografie wissen, und die Vorgehensweise der Fotografie tritt in einen unvermuteten Bezug zum alten Umgang mit
dem Licht (sowie den #Lichtspielwesen).

Manchmal kann erst der spätere Blick etwas hervortreten lassen, was
damals so nicht sichtbar sein konnte. Ein neuer Blick, kein unschuldiger, kann aus seinem besonderen Blickwinkel etwas hervortreten
lassen, was andere Blicke übersehen mussten. 


So springt das Wort
»photographieren« gerade dem heutigen Lesenden ins Auge, da er durch
das heutige Verständnis von Fotografie geprägt ist. Gerade dieser neue
Blick erlaubt jedoch eine neue, intensive Sicht auf die alte Lichtmystik.



Wer so klar und eindeutig, wie ich, aktuell die Ansicht vertritt, dass gerade ein
»neuer Blick« auf die historischen Gegenstände (im fotografischen) zu werfen ist, setzt
sich natürlich dem Vorwurf des «Anachronismus» aus.

«Society for Creative Anachronism», «next society.ch» und der sogenannten bratfett avantgarde in europa bleibt dies nach wie vor als intentionale Fragestellung zum #KatharinaVonZimmern Festival bestehen, wo sich thematisch alles um WUT - MACHT - LIEBE dreht.

Hierzu werden Initiativen zur Sammlung der Information:en laufend aufgenommen sowie live aufgezeichnet. 

Das kleine rote Buch in Maulwurfshaut wurde hierzu bereits auf Kunstreise durch Europa in einem Nest aus vielen alten Dingen abgesandt. Über welches ich nebenbei schreibe während ich selbst reise und zugleich die automatisch abwesende und konkrete Leerstelle in den terminierten Zusammentreffen bleibe. Und vermutlich so gleichzeitig, zeitgleich und synchron mehrere Leerstellen auf einmal produziere. Leerstelle in der Kunstausstellung, Leerstelle in der Organisation, Leerstelle im Team, Leerstelle im Live-Streaming, Leerstelle im Dialog u.s.w. 


((DIE FUNKTION DER LEERSTELLE WIRD KONKRET))


Zusammenhänge, wie sie hier vorgestellt werden, sind somit an vielen Stellen dem »Risiko des Nicht-Nachweisbaren« ausgesetzt. 




Wenn
aber die Argumentation nicht an allen Stellen abgesichert 
werden
kann, stellt sich die Frage, wie der Wert einer solchen Untersuchung
zu beurteilen wird. 
An diesen Punkten könnte es die Evidenz (Mehrwert) sein, die
zum Wahrheitskriterium wird.

Die Evidenz leuchtet ein, 
sie ist »eine Einsicht ohne methodische Vermittlungen«. 

Ihr Gegensatz ist »der Begriff der diskursiven bzw.
begrifflichen, d.h. der methodisch (durch Beweis, Erklärung, Resultat etc.) fortschreitenden Erkenntnis«. Es handelt sich bei der Evidenz immer
um ein Ereignis, das ein subjektives Moment enthält, einmalig ist und
somit nicht allgemeingültig beweisbar. Zugleich ist es aber auch unwiderlegbar, und dies macht seine Stärke aus.




Eine dunkle Evidenz ist ein Paradox. 




Übernehme ich diese Konnotation des Begriffs
für das Verständnis von Evidenz aus Didi-Hubermans Texten, erhalte ich 
eine #Form von Evidenz, die um ihren prekären Charakter weiß.

Als soeben erst produziertes kündet es fraglos auf eindrucksvolle Weise von der Kraft einer ganz neuartigen #Form visuellen Zeigens. 

Die Reaktionen der Zeitgenossen - etwa das vielfache Lob für Darstellungspräzision und Detailtreue - sind entsprechend genug. Doch möchte sich mit diesen neuen Bildern auch eine Überraschung ganz anderer Art verbunden haben, die selbst heute noch erstaunt: 

wie prominent die ANTIKE als ein BILDGEGENSTAND der frühsten fotografischen Moderne ist. 

Solche Fragen nach einer möglichen Antike der Fotografie sind indes aufschlussreicher als jede mögliche Antwort hierauf. Denn so wenig sich im strengen Sinn von »der Fotografie« oder »dem Bild« (im Singular) sprechen lässt, sondern einzig von einem breiten Spektrum sehr verschiedener fotografischer und bildnerischer Verfahren, so wenig wird es zuletzt möglich sein, eine einzige Herkunftsgeschichte des Fotografischen, des Bildes (Katharina von Zimmern) zu erzählen. 

Während die einen nach der passenden Haube für Katharina von Zimmern suchen, bewegen sich andere auf der Suche nach einer passenden Schirmherrschaft für das gesamte #KatharinaVonZimmern #Festival bzw. das #katharinavonzimmern #festival insgesamt

Von matter birgit

Pilotprojekte
#nobreadlessart
#keinebrotloseKunst
#KatharinavonZimmern
#kunsttalks
#kunst

visual arts - art and scientific re-search arthistory
contemporary performance art
Project: #16

4 Antworten auf „Die Antike der #Fotografie“

dieser Kommentar ist kaum von mir, sondern von Ulrich Metzmacher, der am #kunsttalk teilnimmt und gibt: „Fotografien als Instrumente zur Wahrnehmung der Welt.
Beständig sind wir bemüht, uns ein Bild von der Welt zu machen. Dies gilt im übertragenen Sinne, aber auch wörtlich. Die Wahrnehmung und die Verarbeitung einströmender Eindrücke fordern Strukturierung sowie eine Reduktion auf das Wesentliche. Um einem Kollaps des Kognitionssystems zu begegnen, wird die Unübersichtlichkeit der nahezu unendlichen Informationsmenge eingedampft. Dem fotografischen Bild kommt dabei eine besondere Funktion zu. Während das tägliche Erleben einem unablässigen Strom von Sinneseindrücken ausgesetzt ist, bietet die Fotografie, stärker noch als der Film, die Möglichkeit, innezuhalten und über das Wahrgenommene nachzudenken. Mitunter erkennen wir erst beim zweiten Blick Dinge, die zuvor übersehen wurden. Nun setzt eine Verarbeitung ein, die über die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung hinausgeht und sogar wirkmächtiger sein kann als die Interpretation eines Kunstwerkes, eines Traumes oder einer literarischen Weltbeschreibung. Nur Fotografien weisen, unabhängig von ihrer Deutung, einen unmittelbaren Wirklichkeitsbezug auf. Und dennoch, es gibt keine reine Wahrnehmung. Jedes Sehen ist kulturell geformt. Deutlicher als bei den fließenden Alltagseindrücken lässt sich das Konstrukthafte einer Fotografie ins Bewusstsein rufen. Sie ist ein Bild der Welt, aber nicht auf einfache, verdoppelnde Weise“.
Der voranstehende Text ist dem Ersten Kapitel der „Gedanken zum fotografischen Bild“ entnommen.
Weiterlesen auf https://fotosinn.de

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Hat dies auf #KUNST rebloggt und kommentierte:

gerade im frühen Misserfolg als eigenständiger #Erfinder und #Fotograf oder #Pionier der Fototechnik anerkannt zu werden, sieht Michel Poivert (2003) eine wesentliche Ursache für die spätere Anerkennung Hippolyte Bayard als künstlerischer Fotograf

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