Kategorien
#kunsttalk #KUNSTTALK 2 artistic Research ästhetische Kommunikation öffentlich schreiben öffentlich sprechen

künstler_in*nen-typen

Walter Benjamin schrieb über «Sergei Tretjakow» den einflussreichen Artikel „Der Autor als Produzent“. «Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit» verfasste Benjamin im Pariser Exil und es wurde 1936 veröffentlicht. Doch: seitdem ist einiges geschehen.

Was heisst bei Brecht: HALTUNG. Sie ist neu, und das Neuste an ihr, dass sie erlernbar ist.

«Wohnraum ist immer auch Schreib- und Denkraum, das Wohngebaren die Haltung des Künstlers zu seinem Material. Das Schema ist in zwei Felder unterteilt, in denen sich jeweils zwei Arten des Wohnens gegenüberstehen usw.»

https://www.adk.de/benjamin-brecht/

Brecht’s Wohnung in Herrliberg hatte Max Frisch etwas «anregend Vorläufiges» attestiert. Was Frisch als unheimisch charakterisierte, stellte für Brecht das Umfeld dar, welches schöpferisches Arbeiten nicht nur ermöglichte, sondern gleichsam anregte. Benjamin besuchte Brecht in Herrliberg und sie spielten Schach. Sie dachten und redeten sowie argumentierten und schrieben in Extremen.

Neben dem L’art-pour-l’art Künstlertypus benennt Pierre Bourdieu zwei weitere Künstlertypen im Ausgang des 19. Jahrhunderts. Es sind diese: der kommerzielle Künstler und der sozial engagierte Künstler. Genau genommen handelt es sich um Pole, in die die künstlerische Produktion eingespannt ist und in die sie bis heute eingespannt zu sein scheint sowie immer wieder wird, oder?!

Dies «oder» mögen viele kaum am Ende der Frage!

Greta Garbo with the lion mascot MGM studio in 1925

Um den brüllenden MGM-Löwen ist das goldene Filmband gefasst mit der lateinischen Aufschrift: ars gratia artis. Die Redewendung ist in den Vorspannen des Filmstudios «Metro-Goldwyn-Mayer» zu sehen, die 1924 gegründet wurden.

Ausgehend von tradierten KünstlerTypen, werden aktuelle Fragen um
Status und Eigenwahrnehmung der Künstler_*in-nen heute immer noch und immer wieder diskutiert.

#kunsttalk

Mit welchen
Rollenbildern und Erwartungen sehen sich Künstler*in_nen konfrontiert,
wie weit gestalten sie dabei Ihr Image
selbst?

Die aufkommende Kreativwirtschaft fordert das traditionelle
Verständnis von Funktion und Status
der Künstlerfgur heraus.

Wie gehen die Betroffenen damit heute um?

Welche Chancen und Risiken sind mit der Ökonomisierung künstlerischer Tätigkeiten verbunden?

Poet und Philosoph oder Unternehmer und Manager – upp’s jede-r im #kunsttalk sitzt – liegt und zeigt – sich im Trend: the new artist

http://thenewartist.net/resultate/?fbclid=IwAR2iHR9LTLZZiFZytnndSvxJp2TrkrChP_7KeP6xWIvsxM8XE_w-JsY-FdE

wird jede-r nur noch poetisch bis philosophisch, unternehmerisch bis managen als Künstler*_in unterwegs sein? // bin gespannt auf den nächsten #kunsttalk am Dienstagabend https://kunstderkunsttherapie.com/2020/06/18/kunsttalk-2-5-am-30-06-2020/ – werde bis dahin die Briefe aus dem Päckchen weiterreichen

Sofort könnte jede-r Vorschläge zur Verbesserung dieser Fotografie offerieren: wie die Teile attraktiver – imposanter – wirkungs- bis effektvoller ins Bild zu setzen wären. Um das Häuschen und den Schrein für die Caramelstückchenlagerung zu bauen – kleben – schneiden – basteln – richten sowie zusammen zu setzen:

https://drive.google.com/file/d/1GWeDjXO6_oxEz4OANpwJk3OE5Zpc70R9/view?fbclid=IwAR3TMQTQV9ja0xSMHfLX4DK644NrVJ694GhK3zc6i7yPhu7_zxY6umB47X8

https://kunstderkunsttherapie.com/2020/06/18/kunsttalk-2-5-am-30-06-2020/

Von bimatter

Pilotprojekte
#nobreadlessart
#keinebrotloseKunst

visual arts - art and scientific re-search - arthistory
Project: #16

5 Antworten auf „künstler_in*nen-typen“

Guten Abend, Brigit Matter

Herzlichen Dank für Deine Antwort.

Ich stelle mir vor, dass das Subjektive, als ein Moment, der Wissenschaft, und zur Deutungshoheit der Geschichte der Menschheit, ihr nicht geheuer sein kann.

Und da ich und andere, (meine Behauptung) dem Unbewussten nicht wissen können, bleibt jedem der Mutterleib, aus dem er gekommen, ein Wortkonstrukt, nur in der eigenen Phantasie, so annähernd der Wirklichkeit, nach der eigenen Geburt erfahrbar.

Ich denke Heimat hat damit zu tun, dass ich es mir vermag, mich der Welt anzupassen und mit dem Unbewussten ( unter seiner Führung ) zur Einsicht, von Welt und Seele mich verantworten kann.

Nicht das aussen, Geld, Status, Besitz und Macht, nicht der Vergleich, kein Lehrsatz, kein Wegweiser führt zum Frieden mit mir selbst.

Herzliche Grüsse
Hans

Gefällt 1 Person

Guten Tag, Brigit Matter

Heimatlos
in einer befestigten
vom Wohlstand
besessenen
Gesellschaft

zum Seelenbrot
die tägliche Arbeit
an dem
vor Jahrtausenden
alten Sauerteig

der Nahrung
für sich
vielleicht auch
für die anderen

dem Geben
in allem
was man hat
ohne Lohn
und Anerkennung

Liebe Grüsse
Hans

Liken

Guten Tag, Hans Gamma

in griechischen Majuskel und Minuskel

werden
heimatlose
herumziehende, reisende und vagabundierende
Nomaden (Angehörige eines Volkes [von Hirten])
Jenische
Fahrende
Roma usw. benannt.
Die Roma sind ein frühes Beispiel für ein vereinigtes Europa.
Sie sind Europäer, grenzenlos, denn sie haben die Revolution
des Nationalismus im 19. Jahrhundert in Europa nicht mitgemacht!

Flüchtende bis Flüchtlinge

Heimatlose Grossstadtnomaden

Wohnsitzlose

Obdachlose

Clochard, die nach einem alten französischen Rechtsgrundsatz
durften Arme auf den Märkten nach dem Läuten einer Glocke die auf dem Boden
liegenden Reste an sich nehmen, ohne bestraft zu werden. Heute darf man ohne bestraft zu werden über die Beine der Clochards steigen,
die auf dem Bürgersteig in St. Martin – mit und ohne – Unterlagen liegen, um das Café zu betreten. Der heimelige, warme und geschützte Ort, der so gut duftet. Jede-n der wohlständigen Gesellschaft nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern mit raffinierten, süssen bis extravaganten Speisen.

Zum Seelenbrot
wird Konfitüre am Morgen gereicht.
Speck und Eier zu Mittag,
sowie Wurst und Käse am Abend geben, so isst Europa.
Wurst- und Käsesalat wäre auch möglich – tönt & klingt jedoch – zu unromantisch.

Weist eventuell auch zu sehr auf die Entwurzelung und erzwungene „Landstreicherei“
großer Teile der Bevölkerung hin.
Darunter die brotlos gewordenen Soldaten.

In der Psychoanalyse ist der Mutterleib die Urheimat.
Eventuell auch in manchen Religionen, Kunstreligionen bis -diktaturen, dies wäre zu evaluieren.
Jetzt bloss die Annahmen:
Wir alle verlassen diese Heimat; deshalb sind wir wandernde Wesen.
Heimatlos.
Eine solche Sicht der Dinge hat durchaus politische Konsequenzen für Europa.

Liebe Grüsse
Birgit

Danke, Hans für deinen inspirierenden Kommentar

Liken

durch Andreas Peschka @Von schwankungsweite wurde zusätzlich zu Heimatlos die nicht Sesshaften angemerkt: die seit 1828 in Rotwelsch das Wort Kunde mit der Sonderbedeutung „wandernder Handwerksbursche, Bettler, Landstreicher“ belegen. Hieran anknüpfend verwendet die Rotwelschforschung seit dem 19. Jahrhundert die Bezeichnungen Kundensprache und Kundenlied für das sondersprachliche Wort- und Liedgut dieser Sprechergruppe, während im Sprachgebrauch der Sprechergruppe selbst seit 1906 die Eigenbezeichnung Kundenschall belegt ist und speziell das Rheinische Wörterbuch den Terminus Kundensprache allgemein für sondersprachlich-rotwelschen Wortschatz im rheinischen Sprachgebiet, ohne spezielle Zuordnung zu einer sozial definierten Sprechergruppe, verwendet.

nicht sesshafte wandernde Handwerksburschen bis Zimmerleute, Bettler und Landstreichen
KUNDEN so zu sagen
denen mit Kundenfreundlichkeit und Kundenorientierung begegnet wird?

Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.