Anfangen

Anfang – alles dreht sich um das Anfangen – etwas anzufangen: danke. Die Wendung zum brieflichen Affekt kommt etwas unerwartet und die Welt der digitalen Gefühle war früher eher etwas robust imaginiert worden. Die Beliebtheit der brieflichen Ansprache beruht auch auf ihrer aufdringlichen Verfügbarkeit.

Doch Text ist heute ein jederzeit vorhandenes Medium – kostengünstiger Notbehelf. Es bedarf weder komplizierter Technik noch sperriger Gerätschaften, elementare Lese- und Schreibfähigkeiten und ein Anschluss im Internetcafé oder am smart Phone, Natel und Handy reichen aus. Angeregt vom Erbe der Reklame, verschmilzt eine eher viktorianische Affektökonomie mit der verknappten Sprache des Blogs, Kommentars und Bilds. Sie ist gleichzeitig unverblümt und keusch, reduziert und zart, kühn und schüchtern. Komprimierter und entleerter Text überlässt es den Gefühlen der Menschen (und auch Tieren, wie zum Beispiel Katzen, Hunden oder Schafen etc.) Leerstellen auszufüllen. Kennst du Leere, kennen Sie Leere? Wie gehen sie damit um?

Hohle Worte ködern, ziehen sich zurück und spielen. Reduktion und Rückzug steigern die Intensität? Kriegsschauplätze und Kunst in Zeiten des globalen Bürgerkriegs sowie Streiks vielerorts werden zu Verhüllungen. Sie enthüllen die vernetzten Operationen computerbasierter Bild- und Spracherzeugung: bestimmte und passende Selektionen, Voreinstellungen maschinellen Sehens und (ästhetischer) Kommunikation, die mit ihnen verdrahteten (strikt verkoppelten) Ideologien und Präferenzen der Erkennung – (Bild, Gesicht, Sprache sowie Mundart, Gestik und Mimik usw.) funktionieren: https://ai.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html

Soll es hier um lexikalische Relevanz weiblicher, männlicher (und gerne auch anderer) „Performer“, „Performance-Künstler“, Performance-Künstler*innen“ als visuelle Kunst gehen? Die Kunstrichtung «Performance», im englischen Sprachraum ”Performance Art“, die sich seit den 1960er Jahren in der Bildenden Kunst entwickelt hat? Weshalb soll denn dazu geforscht werden, es ist doch zu sehen und erleben. Insbesondere, wenn es als Live-Stream, Video oder Film aufgenommen und mitgeschnitten ist.

Womöglich ist nur sehr wenig wirklich geschehen, gleichzeitig unendlich viel passiert oder hat sich ereignet. Der (kanadische) Medientheoretiker Marshall McLuhan, der immer wieder und viel zitiert wird, hat 1964 schon den prophetischen Aphorismus geschrieben: «von den Nerven der gesamten Menschheit umgeben. Sie sind nach aussen gewandert und bilden eine elektrische Umwelt».

Jetzt habe ich es gefunden: auf Entwurf umstellen

Komplexe Themen müssen, dürfen und sollen komplex bleiben, auch wenn sie kommuniziert werden. Aber es muss nicht jedes Detail erklärt werden. Manchmal reicht es, einen Einblick zu gewähren, wie Forschung funktioniert, um das Interesse und den Wissensdurst zu wecken! Und wenn es nicht funktioniert, dann waren die Formate nicht gut abgestimmt.

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